Eröffnung der Industriekulturtage im Werk 2

Aug 8, 2017
Eröffnung der Industriekulturtage im Werk 2

Die Eröffnung der fünften Tage der Industriekultur in Leipzig steht kurz bevor. In nicht mal 20 Tagen wird der Veranstaltungsauftakt an einem ganz besonderen Ort gefeiert: Dem Werk 2 in Connewitz, eine der ersten soziokulturellen Einrichtungen, die einen leerstehenden Industriestandort zu einem Kulturstandort ausgebaut hat.

Der kleine Festivalcharakter der Eröffnung entsteht durch den musikalischen Einfluss der sich durch die Veranstaltung zieht. So wird das Festival von einer Blechplattenspieluhr aus dem Jahr 1895 eröffnet. Die freundliche Leihgabe von Jost Mucheyer von der Eisenmühle Elstertrebnitz steht im Zeichen einer der diesjährigen Themenschwerpunkte: Dem 125-jährigen Jubiläum der Ludwig Hupfeld AG. Jahrzehntelang war die heutige Messestadt weltweit für den Musikautomatenbau bekannt.

Musik, Kunst und Diskussion

Neben dem musikalischen Einstieg geht es bei einer Diskussionsrunde um die Frage: Wie kann Industriekultur heute aussehen? Wie hat sich Industriekultur gewandelt? Kann man sie bewahren, muss man sie aktiv unterstützen? Diskutieren werden unter anderen Andreas Heilmann, Vizepräsident der IHK zu Leipzig und Leipziger Tourismusleiter Andreas Schmidt. Auch die Prokuristin Heidi Pinkepank am Institut für Neue Industriekultur in Cottbus wird an der von Maxi Bornmann (Industriekultur Leipzig e.V.) geleiteten Talk-Runde teilnehmen.

Der künstlerische Teil des Abends besteht aus sehr unterschiedlichen Acts. Der Phanola-Künstler Wolfgang Heisig aus Döbeln zeigt, dass wie ein vorgesetztes Klavier mit alten Notenbändern klingt. Jazzkomponist und -pianist Stephan König vertont alte Imagefilme aus Leipziger Industriewerken. Die tonlosen Filme bebildern das Leben und Arbeiten im Werk und werden schon zum fünften Mal von König begleitet und musikalisch inszeniert.

Licht im rauen Raum

Zum fulminanten Abschluss der Eröffnung zeigen Julia Schäfer und Johannes Schmidt ihre Faszination am Medium Licht – intensiv, flüchtig sucht es die Verankerung im Raum. Die Lichtmalerei in der großen Halle im Werk 2 wird begleitet von Flötistin Brunhild Fischer, die mit ihrer Querflöte das Gemalte musikalisch übersetzt.

Moderiert wird der das Industrie I Kultur I Festival von MDR-Moderatorin Janine Strahl-Österreich. Und eins ist sicher: Der Abend ist geprägt von kleinen Überraschungen – so kann man nur erahnen, was sich hinter der Musik eines Brigade-Chors verbirgt. Dieser neu entstandene temporäre Zusammenschluss präsentiert den Gästen einen gesanglichen Beitrag, der Fragen aufwirft, beantwortet und einen nicht zu vergessenen Faktor der Industriekultur repräsentiert.